Warum Kindern der Umgang mit Gefühlen so schwerfällt

Viele Eltern erleben täglich, dass ihr Kind mit Gefühlen kämpft. Es wird schnell wütend, reagiert empfindlich, weint wegen Kleinigkeiten oder zieht sich plötzlich zurück.

Dann entsteht oft die Frage: Warum fällt meinem Kind der Umgang mit Gefühlen so schwer?

Die Antwort ist einfach: Kinder werden nicht mit einem Verständnis für Gefühle geboren. Sie müssen erst lernen, Gefühle zu erkennen, zu verstehen, auszudrücken und mit ihnen umzugehen.

Genau deshalb reagieren Kinder oft anders, als Erwachsene es erwarten würden. Was dahinter steckt und warum Gefühle für Kinder so schwierig sein können, schauen wir uns in diesem Artikel genauer an.

Warum Kinder ihre Gefühle nicht verstehen

Kinder fühlen ihre Gefühle von Anfang an. Sie erleben Freude, Wut, Angst, Traurigkeit oder Enttäuschung genauso wie Erwachsene.

Verstehen können sie diese Gefühle jedoch noch nicht. Kinder spüren zwar, dass etwas in ihnen passiert, wissen aber häufig nicht, welches Gefühl sie gerade erleben oder warum es entstanden ist.

Für Erwachsene ist meist klar, warum sie wütend, traurig oder enttäuscht sind. Dieses Verständnis entwickelt sich bei Kindern erst nach und nach. Gefühle werden deshalb zunächst einfach nur als angenehm oder unangenehm erlebt.

Genau deshalb fällt Kindern der Umgang mit Gefühlen so schwer. Sie fühlen ihre Emotionen bereits sehr deutlich, verstehen aber noch nicht, was in ihnen vorgeht. Gefühle erkennen und verstehen muss erst gelernt werden.

Wie Kinder Zahlen wirklich verstehen lernen, zeigen wir dir Schritt für Schritt in einem eigenen Artikel.

Kinder können Gefühle noch nicht einordnen

Kinder kennen die Unterschiede zwischen Gefühlen noch nicht. Für sie fühlt sich vieles einfach nur unangenehm an.

Deshalb wird Enttäuschung oft als Wut erlebt. Unsicherheit zeigt sich als Trotz. Überforderung führt zu Tränen oder Rückzug.

Kinder erkennen noch nicht, dass hinter ihren Reaktionen unterschiedliche Gefühle stehen. Für sie fühlt sich alles einfach nur „schlecht“ an.

Dadurch werden Gefühle oft noch stärker erlebt. Wer nicht versteht, was gerade passiert, fühlt sich schnell hilflos oder überfordert. Das verstärkt das Gefühl zusätzlich und führt häufig zu heftigeren Reaktionen.

Erst mit der Zeit lernen Kinder, Gefühle voneinander zu unterscheiden und besser zu verstehen, was gerade in ihnen passiert.

Kindern fehlen die richtigen Worte für Gefühle

Viele Eltern fragen ihr Kind: „Was ist denn los?“ oder „Warum bist du so wütend?“

Kinder können diese Fragen häufig noch nicht beantworten. Nicht weil sie nicht antworten möchten, sondern weil ihnen die passenden Worte fehlen.

Sie spüren zwar ihre Gefühle, können aber nicht erklären, was genau sie fühlen oder warum das Gefühl entstanden ist.

Kinder müssen die Sprache der Gefühle erst lernen. Begriffe wie Enttäuschung, Frust, Unsicherheit oder Nervosität gehören noch nicht zu ihrem Wortschatz.

Deshalb zeigen Kinder ihre Gefühle häufig über ihr Verhalten, statt darüber zu sprechen. Erst wenn sie die passenden Wörter kennenlernen, können sie anderen besser mitteilen, was in ihnen vorgeht.

Gefühle verstehen muss erst gelernt werden

Kinder werden nicht mit der Fähigkeit geboren, Gefühle zu verstehen und mit ihnen umzugehen. Sie müssen erst lernen, Gefühle zu erkennen, einzuordnen, zu benennen und auszudrücken.

Deshalb haben alle Kinder Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen. Der Unterschied liegt nur darin, wie schnell sie diese Fähigkeiten entwickeln und wie gut sie dabei unterstützt werden.

Die gute Nachricht ist: Gefühle verstehen lässt sich lernen. Kinder können Schritt für Schritt lernen, ihre Gefühle besser zu erkennen, darüber zu sprechen und angemessen damit umzugehen.

Im nächsten Artikel schauen wir uns an, wie du dein Kind dabei unterstützen kannst und welche Möglichkeiten es gibt, den Umgang mit Gefühlen im Alltag zu fördern.

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