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Wie dein Kind Zahlen und Rechnen Schritt für Schritt richtig lernt

01 Die Lernreihenfolge

Warum die richtige Reihenfolge so wichtig ist

Bevor dein Kind mit Zahlen umgehen kann, muss es erst verstehen, was sie bedeuten.

Natürlich kann es die Zahlenreihe auswendig lernen und „eins, zwei, drei, vier …“ aufsagen. Aber das bedeutet noch nicht, dass es die Zahlen versteht. Es kann auch ein ganzes Blatt mit der Ziffer 3 vollschreiben, ohne zu wissen, wofür die 3 eigentlich steht.

Ein kleines Beispiel macht deutlich, warum das Verstehen so wichtig ist. Diesen Satz kannst du sicher lesen und verstehen:

„Der Hund schläft unter dem Tisch.“

Und wie sieht es mit diesem Satz aus?

„El perro duerme debajo de la mesa.“

Du kennst die Buchstaben und kannst den Satz vielleicht sogar vorlesen. Aber wenn du kein Spanisch sprichst, verstehst du nicht, was dort steht. Dabei bedeutet er genau dasselbe: „Der Hund schläft unter dem Tisch.“

Mit Zahlen ist es ganz ähnlich.

Dein Kind muss zuerst verstehen, was die Zahlen bedeuten, bevor es sinnvoll mit ihnen umgehen kann. Deshalb steht das Zahlenverständnis bei uns an erster Stelle. Alle weiteren Lernschritte bauen darauf auf.

Wichtige Begriffe unterscheiden

  • Zahlwort: „Drei“ ist das gesprochene oder geschriebene Wort.
  • Menge: Drei Hunde bilden eine Menge von drei.
  • Ziffer: „3“ ist das Zeichen für die „Drei“.

Das sind die fünf Schritte zum sicheren Zahlen- und Rechenverständnis

1. Zahlen verstehen

Am Anfang steht das Verständnis für Zahlen: Zahlen beschreiben Mengen.

Die Zahl Drei steht beispielsweise für drei Hunde.

Die Zahl Acht steht für acht Hunde.

Wenn dein Kind versteht, was die Zahlen bedeuten, und die dazugehörigen Mengen sicher erkennt, fällt ihm später auch das Rechnen viel leichter.

Im ersten Schritt lernt dein Kind deshalb, jede Zahl sicher mit der passenden Menge zu verbinden.

2. Mit Zahlen spielen

Wenn dein Kind die Zahlen verstanden hat, kann es anfangen, spielerisch mit ihnen umzugehen.

Stell dir eine kleine Geschichte vor: Drei Hunde spielen im Garten. Zwei weitere kommen dazu. Wie viele Hunde sind es jetzt? Oder sechs Katzen sitzen auf einer Wiese. Zwei laufen weg. Wie viele bleiben übrig? Mit solchen Geschichten und Spielen entdeckt dein Kind, was passiert, wenn Mengen größer oder kleiner werden.

Dabei passieren zwei wichtige Dinge:

  1. Dein Kind wird immer sicherer im Umgang mit Zahlen und Mengen.
  2. Es lernt, Mengen im Kopf zusammenzufügen und wegzunehmen.

Das ist kein trockenes Lernen, sondern spielerisches Verstehen.

Und genau das ist die Grundlage für das spätere Plus- und Minusrechnen. Eigentlich sammelt dein Kind damit schon erste Erfahrungen mit dem Rechnen, ohne es überhaupt zu merken.

3. Zahlen mit Ziffern verbinden

Erst jetzt kommen die geschriebenen Ziffern dazu. Denn nun haben sie für dein Kind eine Bedeutung.

Die Ziffer 3 ist nicht mehr einfach nur ein Zeichen. Dein Kind weiß bereits, dass sie beispielsweise für drei Hunde steht.

Es verbindet also etwas Neues mit etwas, das es schon verstanden hat. Dadurch fällt es ihm leichter, die Ziffern zu erkennen, zu unterscheiden und sich zu merken.

Auch das Schreiben der Ziffern bekommt jetzt einen Sinn. Dein Kind weiß, was es da eigentlich schreibt.

4. Erstes Rechnen

Der Übergang zum Rechnen ist nun viel kleiner, als man vielleicht denkt.

Dein Kind hat bereits verstanden, was Zahlen bedeuten. Außerdem hat es beim Spielen Mengen zusammengefügt und weggenommen. Eigentlich hat es dabei schon gerechnet – nur ohne Ziffern und Rechenzeichen.

Jetzt lernt es, diese bekannten Vorgänge als Rechenaufgaben darzustellen.

Aus drei Hunden und zwei weiteren Hunden wird:

Das Prinzip dahinter ist deinem Kind bereits vertraut. Neu ist vor allem die Schreibweise.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass Kinder auf diese Weise häufig schon mit vier oder fünf Jahren erste Rechenaufgaben lösen können. Entscheidend ist dabei nicht das Alter, sondern dass dein Kind die vorherigen Schritte sicher verstanden hat.

5. Zählen

Vielleicht wunderst du dich, warum das Zählen an letzter Stelle steht. Dafür gibt es zwei wichtige Gründe.

Wenn dein Kind die Zahlenreihe aufsagt, ohne die Zahlen zu verstehen, lernt es zunächst nur eine Reihenfolge auswendig.

Der zweite Grund ist noch wichtiger: Wir möchten vermeiden, dass dein Kind später jede Rechenaufgabe durch Abzählen löst.

Wenn dein Kind zuerst lernt, mit Mengen umzugehen und einfache Rechenaufgaben zu lösen, braucht es das Zählen dafür nicht als Hilfsmittel.

Deshalb führen wir das Zählen erst danach ein. So wird verhindert, dass sich dein Kind beim Rechnen zu sehr auf das Abzählen verlässt. Jetzt lernt es das Zählen als zusätzliche Fähigkeit kennen, mit der es auch Mengen erfassen kann, die es nicht auf einen Blick erkennt.

Zahlen und Rechnen spielerisch lernen

Mit unserem Lernangebot begleitest du dein Kind Schritt für Schritt von den Zahlen bis zu den ersten Rechenaufgaben.

Fünf Schritte – drei Vorteile für dein Kind

Ein leichterer Schulstart: Mit diesen fünf Lernschritten bereitest du dein Kind gut auf das Rechnen in der Schule vor.

Eine gute Grundlage für die Zukunft: Was dein Kind jetzt versteht, hilft ihm auch in den folgenden Schuljahren beim Umgang mit Zahlen und beim Rechnen.

Freude am Rechnen: Dein Kind erlebt, dass Rechnen Spaß machen kann. Diese positive Erfahrung kann ihm helfen, auch später mit Freude und Motivation an neue Aufgaben heranzugehen.